Finanzierung der Fort- und Weiterbildung durch den Dienstgeber

In kaum einem anderen Bereich ist ständiges Lernen und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft Bleiben so erforderlich wie in der Medizin. Doch gerade in den letzten Jahren kam es immer wieder zu Diskussion rund um die Fort- und Weiter­bildung von Ärztinnen und Ärzten.

Vorwürfe um angebliche Korruptionsfälle wurden immer wieder ­laut,­ oftmals wurde ein zu großer Einfluss der Pharmaindustrie beklagt.
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 70 Prozent der befragten Spitalsärzte mit der weitgehend fehlenden finanziellen Unterstützung von Kongressbesuchen nicht zufrieden sind. Eine Forderung der Ärztekammer ist deshalb die Finanzierung der Fort- und Weiterbildung durch den Dienstgeber. Damit kann der Einfluss der Pharmaindustrie eingeschränkt werden. Mittel- bis langfristig muss die Finanzierung der medizinischen Fort- und Weiterbildung durch die öffentliche Hand gedeckt werden. Für die Übergangszeit soll im Falle einer Drittmittel­finanzierung durch die Industrie eine Offen­legungspflicht für alle Ärztinnen und Ärzte Gültigkeit haben, ähnlich den schon bestehenden Regelungen im Wiener AKH.

Für die Patienten bedeutet dies die Garantie, dass die sie behandelnden Ärztinnen und Ärzte sich regelmäßig und vor allem unabhängig von den wirtschaftlichen Interessen einzelner Firmen fort- und weiterbilden und damit auf dem von der Ärztekammer geforderten „State of the Art“ verbleiben.