Umsetzung eines Stadtarztmodells

Der „Stadtarzt“ (Hausarzt) soll – als Arzt des Vertrauens – in unserem derzeitigen Wiener Gesundheitssystem eine zentrale Rolle als Berater und Koordinator einnehmen.

Gerade in einem Ballungsraum wie Wien ist dies von großer Bedeutung, liegen doch der extramurale und intramurale Bereich „nahe beieinander“, was automatisch eine gewisse Schnittstellenproblematik bedingt.
Der „Arzt des Vertrauens“, der Allgemeinmediziner oder Facharzt sein kann, soll vom Patienten als erster Ansprechpartner konsultiert werden. Er soll den zu behandelnden Menschen ganzheitlich ein Leben lang betreuen und daher umfassende Kenntnis über dessen Krankengeschichte und sein soziales Umfeld haben. Ziel ist eine gemeinsame Festlegung der weiteren diagnostischen und/oder therapeutischen Vorgehensweise.
Ein solches „Stadtarzt“modell bringt neben der optimalen integrierten Versorgung für die Patienten auch erhebliche Vorteile für das Gesundheitssystem: Durch eine optimale Führung der Patienten im Gesundheitssystem und der daraus resultierenden effizienten Diagnose- und Therapiegestaltung kommt es zu einer Verringerung der Zahl von unnötigen Mehrfachuntersuchungen und somit auch zu einer Entlastung im Spitalsbereich. Dadurch wird die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems mit ökonomischem und gezieltem Einsatz der vorhandenen Ressourcen erhalten. Das Gesundheits­system wird auf diese Art schritt- beziehungsweise phasenweise von unten nach oben („Bottom Up“) angepasst und verbessert.
Die Ärztekammer hat deshalb im Frühjahr einen Vorschlag für ein solches Hausarzt­modell entwickelt, das lediglich einer konkreten Umsetzung seitens der Politik bedarf.

Für die Patienten ergeben sich daraus folgende Vorteile: Jeder Patient hat seinen Hausarzt, der ihn im besten Fall ein ­Leben lang medizinisch betreut und daher alle relevanten ­Bereiche überblickt. Dadurch sind für ihn rasche und ziel­gerichtete Diagnosen sowie laufende Therapien und damit ­ins­gesamt die bestmögliche individuelle Versorgung sichergestellt. Die Patienten haben damit einen niederschwelligen und flächendeckenden Zugang zum System.