Ausbau der bestehenden Gruppen­­praxen­struktur und Ärztezentren

Durch den vermehrten Ausbau und die Forcierung von Gruppenpraxen und Ärztezentren wird die flächendeckende medizinische Versorgung auf hohem Niveau gefördert. ­Ordinationszeiten können ausgedehnt werden, lange Wartezeiten werden dadurch vermieden, Randzeiten können bespielt werden. Durch Gruppenpraxen bleibt letztlich mehr Zeit für die individuelle Versorgung der Patienten.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass im Rahmen einer Gruppenpraxis auch ein größeres medizinisches Leistungsspektrum angeboten werden kann, was wiederum die Anfahrtswege für Patienten minimiert.
Auch auf den immer bedeutender werdenden Immigrations­aspekt kann eine Gruppenpraxis viel stärker Bezug nehmen als eine Einzelordination. Dies betrifft insbesondere die Verhinderung von Sprachbarrieren, wenn eine Gruppenpraxis gezielt beispielsweise türkisch oder serbokroatisch sprechende Ärztinnen und Ärzte aufnimmt, oder auch kulturelle Voraussetzungen, beispielsweise die Tätigkeit von Ärztinnen in einer gynäkologischen Gruppenpraxis in Bezirken mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil.   
Vor allem im Zuge des Neubaus des KH Nord wird es unum­gänglich sein, im erweiterten Einzugsgebiet dieses neuen
Spitals zahlreiche neue Gruppenpraxen zur Entlastung der Am­bulanzen niederzulassen.
Im Gegenzug wird die Ärztekammer darauf ­achten, so wie
bisher schon die Nachbesetzungen von Ordinationen in ­bevölkerungsärmeren Regionen Wiens ausschließlich bedarfs­orientiert zuzulassen.
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Für die Patienten bedeutet ein größeres und breiteres Angebot an Gruppenpraxen und Ärztezentren ein und kurze Wege.
Nur so können Spitalsambulanzen entlastet und die immer wieder propagierte Verlagerung des ohnehin heillos überlasteten Spitalsbereichs in den niedergelassenen ­Bereich vorangetrieben werden. Weiters haben ­die Patienten die Möglichkeit, Ordinationen auch in Rand­zeiten aufzusuchen.
Eine Unterstützung dieses Wegs durch die Landesregierung wird gerade im Zuge der aktuellen Gesetzesnovelle mit der Schaffung der Ärzte-GmbH als moderne Organi­sationsform umso wichtiger.