Ausbau der niedergelassenen Versorgungsstrukturen

Laut dem Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) für Wien sollen auf Basis der Zahlen von 2006 Kassenplanstellen sowohl im allgemeinmedizinischen als auch im fachärztlichen Bereich bis 2015 in die bevölkerungsreichen Bezirke verlagert werden.

Dies wurde auch in vielen Bereichen bereits umgesetzt. Allerdings muss man dabei sehr genau differenzieren, da zum Beispiel der Allgemeinmediziner die Aufgabe des „Nahversorgers“ hat und somit wohnortnahe praktizieren soll.
Jedenfalls gibt es noch immer Bezirke, wie zum Beispiel den 10., 11., 21. oder 22. Bezirk, die aufgrund der steigenden Bevölkerungszahlen gerade im extramuralen Bereich noch weiter ausgebaut werden müssen. Damit zeigt sich ganz klar, dass die Planung der Entwicklung der niedergelassenen Kassenplanstellen in vielen Bereichen nicht mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt gehalten haben. Die seit Jahren angespannte finanzielle Situation der Wiener Gebietskrankenkasse lässt hier eine optimale Versorgung aktuell einfach nicht zu.



Vergleiche mit anderen österreichischen Städten wie Linz, Graz oder Salzburg zeichnen ein nachdenklich stimmendes Bild: In der Bundeshauptstadt herrscht in manchen Versorgungsregionen bereits eine absolute Unterversorgung in Fächern wie beispielsweise der Kinder- und Jugendheilkunde oder der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Die angedachten weiteren Einsparungen im extramuralen Bereich sind unbedingt auf Basis der aktuellen Bevölkerungsentwicklung kritisch zu hinterfragen, um auch zukünftig eine moderne und einer Großstadt wie Wien würdige extramurale Versorgung gewährleisten zu können.

Für die Patienten bedeutet das, dass der Ausbau von ­Kassenplanstellen in Relation zu der aktuellen Bevölkerungsentwicklung besser hinterfragt und auch zukünftig stärker forciert werden muss, um die Patientenversorgung bestmöglich zu gewährleisten.