Reduzierung der überbordenden Bürokratie

Etwa 10,4 Prozent ihrer wöchentlichen Arbeitszeit wenden ­Spitalsärzte für Forschung und Lehre auf, hingegen 34,2 Prozent für administrative Tätigkeiten.

In den Ordinationen ist der Prozentsatz für die administrativen Tätigkeiten ähnlich hoch. Auf der Strecke bleibt dabei der Patient, der zu Recht den Arzt am Krankenbett beziehungsweise im Ordinationszimmer einfordert. Stattdessen sitzen Ärztinnen und Ärzte in einem nicht mehr vertretbaren Ausmaß am Schreibtisch, um alle notwendigen Dokumentationsaufgaben wahrzunehmen.
Die Ärztekammer fordert deshalb speziell für den Spitalsbereich



die Aufnahme qualifizierter Mitarbeiter, die Dokumentations-, Administrations- und Organisationsarbeiten, welche mit medizinischen Tätigkeiten nur am Rande zu tun haben, übernehmen (Stichwort: Stationsassistenten). Damit könnten die Behandlung und vor allem der persönliche Kontakt zum Patienten verbessert werden. Die Ärztinnen und Ärzte wiederum hätten dann mehr Zeit, sich weiterzubilden.

Für die Patienten bedeutet die Reduzierung von bürokratischen Aufgaben, die über die ärztliche Dokumentationspflicht hinausgehen, dass sich ihr Arzt wieder mehr Zeit für seine eigentlichen Aufgaben nehmen kann. Er hat mehr Zeit für das ärztliche Gespräch, was unumgänglich für die optimale Diagnosestellung und Therapieeinleitung ist.